Bildrechte: Überblick über die Lizenzrechte bei gängigen Bilddatenbanken

Bildrechte sind ein schwieriges Thema. Wir haben in diesem Blog vor Kurzem schon einmal einen ersten Blick darauf geworfen. Lassen Sie uns anhand konkreter Beispiele etwas tiefer einsteigen. Dabei konzentrieren wir auf Standardlizenzen, die in der Regel für Präsentationsanwendungen ausreichen. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand März 2016.

Bild-Lizenzen bei Fotolia

Hier gibt Ihnen die Standardlizenz ziemlich weitreichende Rechte. Die Bilder sind natürlich nicht exklusiv, Sie können Sie aber für alle illustrativen Zwecke in sämtlichen Medien – Print und elektronisch – ohne zeitliche und räumliche Beschränkungen verwenden. Sie dürfen sie nicht weiterverkaufen oder unterlizensieren, was auf der Hand liegt. Wenn Sie auf die Lizenzbedingungen verweisen, dürfen Sie die Bilder an Mitarbeiter und auch an Vertragsnehmer weitergeben. Sie dürfen sie, wenn Sie z.B. eine  Agentur sind, auch für einen Kunden einsetzen. Aber Achtung: nur für diesen einen Kunden. Haben Sie dann einen weiteren Kunden, so müssen Sie auch die Lizenz neu erwerben. Und noch ein Achtung: Sie allein sind verantwortlich und haftbar für die weitere Nutzung durch Ihren Kunden. Daher sollte ihr Kunde besser das Bild selbst erwerben.

Im Übrigen dürfen Sie mit den erworbenen Fotos keine aus Sicht des Autors moralisch zweifelhaften Dinge tun: Sie dürfen z.B. keine Werbung für erotische Dinge oder für Tabak machen oder für politische Kandidaten oder Parteien. Und wenn auf einem der Kommunikationskanäle wie Print, aber auch im Fernsehen oder als Video, mehr als 500.000 Stück Auflage oder mehr als 500.000 Zuschauer zu erwarten wären, dann müssten Sie eine erweiterte Lizenz erwerben. Diese Einschränkung gilt nicht für Werke, die nur auf einer Website oder nur auf einer Social-Media-Seite gezeigt werden. Aber Achtung: bei einer Webseite sind Sie verantwortlich dafür zu sorgen, dass das Foto nicht heruntergeladen oder kopiert und weiterverwendet werden kann. Und bei Social Media müssen Sie darauf achten, wenn das von Ihnen ausgesuchte Foto als „Social Media enabled“ gekennzeichnet ist.

Bild-Lizenzen bei iStock

iStock gehört wie thinkstock und photos.com zu Getty Images. Bei iStock ist der Unterschied zwischen einer Standardlizenz und einer erweiterten Lizenz etwas strenger gefasst. Ja, auch hier haben Sie die Möglichkeit der zeitlich und räumlich unbegrenzten Nutzung für fast alle Anwendungen. Auch hier dürfen Sie nicht weiter verkaufen oder unterlizensieren und nichts moralisch Anrüchiges mit den Fotos bewerben. Und wenn Sie die Bilder für ein sensibles oder kontroverses Thema einsetzen, dann sind Sie dafür verantwortlich, Ihren Lesern und Zuschauern zu erklären, dass es sich bei Personen auf den Fotos um Models handelt, die mit dem Thema nichts zu tun haben.

iStock unterscheidet deutlich zwischen elektronischen Vorlagen und reinem Print. Bei elektronischen Vorlagen können schon Mengen von 2.000 oder 10.000 Standardgrenzen sein, je nachdem um welches Produkt es sich handelt und ob Sie es verkaufen möchten, wie z.B. Werbetassen oder T-Shirts. Die normale Grenze für Print liegt ebenfalls bei 500.000 Stück. Sollten Sie also vorhaben, eine Präsentation auf YouTube zu veröffentlichen, machen Sie sich Gedanken, wie viele Zuschauer Sie haben werden.

Wenn Sie für einen Kunden handeln, so dürfen er und auch beteiligte Unterauftraggeber das Bild nutzen, so es zur Erfüllung des Auftrages dient. Und Sie müssen ihn ebenfalls an die Lizenzbedingungen binden. Achtung: Die Lizenz gilt immer nur für einen einzigen Benutzer. Wenn Sie möchten, dass mehrere Benutzer das Bild nutzen, so gibt es die Möglichkeit der erweiterten Lizenz oder sogar ein Team-Share-Abo.

Ein wichtiger Punkt noch: Sollten Sie das Foto für redaktionelle Zwecke (Blog, Buch, Zeitung oder Zeitschriftenartikel) verwenden oder auch für Video- und Audiomaterial, so müssen Sie den Urheber angeben. Manche Fotos tragen den Vermerkt „nur zur redaktionellen Verwendung“, unter diesen Umständen achten Sie darauf, entweder eine erweiterte Lizenz zu erwerben oder das Bild nicht für normale werbliche oder kommerzielle Zwecke einzusetzen.

Bild-Lizenzen bei Photocase

Eine interessante Alternative zu den großen Anbietern Fotolia und iStock ist Photocase. Photocase nennt die Grundvereinbarung beim Download und der Nutzung von Bildern „Basislizenz“. Sie regelt im Grundsatz die gleichen Anwendungen wie bei Fotolia oder iStock. Mit dem Unterschied, dass Photocase eine Grenze bei 250.000 Stück in der Verbreitung von Printmedien zieht. Achtung: Bei Photocase müssen Sie die Quelle Photocase und den Fotografen immer nennen. In elektronischer Form muss es sogar mit einem Link auf Photocase unterlegt werden. Wenn Sie das nicht möchten, müssen Sie eine erweiterte Lizenz erwerben. Und auch hier ist es so, dass die Basislizenz nicht ausreicht, wenn Sie die Abbildungen für Produkte einsetzen, die Sie weiter verkaufen möchten. Die Bedingungen, unter denen Sie eine gesonderte Nutzungsgenehmigung einholen müssen, sind bei Photocase etwas ausführlicher definiert als bei den anderen Anbietern. Hier reicht die Anwendung von Drogen, Krankheiten, sexuellen, erotischen oder politischen und religiösen Inhalten bis zu Tabak, alkoholischen Getränken, pharmazeutischen Produkten, Nahrungsergänzungen, Psychopharmaka oder Produkten der Geburtenkontrolle. Das sollte man also genau hinsehen.

Was gibt es generell zum Einsatz von Stock-Fotos zu sagen?

Der richtige Einsatz von Fotos ist einen eigenen Beitrag wert. Aber so viel schon einmal an dieser Stelle: Gehen Sie bedacht um mit dem Einsatz gekaufter Fotos. In der Regel wirken sie künstlich, viele Motive sind bekannt bis abgenudelt – Denken Sie nur an den Handshake zu allen Anlässen, an diverse Gipfelstürmer-Aktionen, an die vielen glücklichen Menschen aus den unterschiedlichsten Ethnien. Je authentischer sie sind, desto besser wirken Ihre Fotos. Auch wenn das manchmal ein wenig mehr Zeit und Aufwand bedeutet. Es macht Sie glaubwürdiger.

Wie immer dient dieser Blogbeitrag der Sensibilisierung und Information. In diesem Fall weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass er natürlich keine Rechtsberatung ist. Denn… wie Sie ja schon gelesen haben, das Thema Bildrechte kann ziemlich komplex sein. Und darum muss man sich jeden einzelnen Fall ganz genau anschauen.