Lizenzrechte an Bildern – Worauf sie achten müssen

Die Verwendung von Bildern in Präsentationen kann sehr hilfreich sein. Sie können Inhalte gut unterstützen. Sie können Botschaften schnell transportieren. Sie dienen der Auflockerung und auch der visuellen Orientierung. Viele Unternehmen haben eine eigene Bildsprache in ihrem Corporate Design definiert. Viele haben auch eine eigene Bilddatenbank mit sehr guten eigenen Fotos. Aber oft steht man vor Situationen, in denen man passende Bilder sucht.

Der Einsatz von Fotos ist mit Fallstricken versehen

Zuerst einmal müssen die passenden Bilder überhaupt erst gefunden werden. Das kann sehr aufwendig sein. Wo sucht man überhaupt? Dann muss man schauen, wie es mit der Qualität bestellt ist. Und ob sie zur Marke und zur Aussage passen. Und dann folgen die ganzen rechtlichen Aspekte. Was darf man? Und was darf man nicht? Sie sehen, das Thema ist vielschichtig.

Das Recht am Bild

Jetzt wird es ein wenig kompliziert. Denn wir sprechen über ganz verschiedene Ebenen und Blickwinkel von Rechten.

Da sind erst einmal die Rechte des Fotografen und am Bild selbst. Es gibt internationale Rechtsvorschriften und dann in jedem Land noch einmal eigene Gesetze. In Deutschland gibt es das Urheberrechtsgesetz mit Verwertungsrechten, z.B. Vervielfältigung, Verbreitung oder Veröffentlichung. Dazu kommt das Persönlichkeitsrecht mit der Anerkennung der Urheberschaft (z.B. Nennung des Fotografs) und dem Verbot der Entstellung. Und es gibt noch das Recht am eigenen Bild, das im Kunsturheber-rechtsgesetzt geregelt ist. Dann gibt es Copyright. Und Lizenzrechte. Und verschiedene Ebenen von Rechten bei Bildagenturen.

Bildagenturen

Meistens sucht man Bilder bei einer Bildagentur. Man unterscheidet grob in Macrostock, Midstock und Microstock Agenturen. Bei Macrostock Agenturen spricht man in der Regel von sogenannten RM Lizenzen, d.h. Rights Managed. Sie sind meist qualitativ hochwertig, exklusiv, von professionellen Fotografen und man erwirbt die Rechte für 1 Einsatz. Bei Microstock Agenturen spricht  man in der Regel von RF Lizenzen, Royalty Free, deutsch auch manchmal Lizenzfrei, wenn das auch nicht ganz korrekt ist. Man erwirbt das Bild (vielfach von Amateuren) einmalig und kann es unbegrenzt von Zeit und Einsatzzweck verwenden. Parallel dazu gibt es eine themenorientierte Ebene, d.h. Universalagenturen, Presseagenturen und Spezialbildagenturen. Letztere sind Agenturen, die sich auf Themen spezialisieren, wie z.B. Sport oder Food oder Business.  Und dann gibt es noch zahlreiche kostenlose Agenturen.

Zu den Macrostock Agenturen gehören Namen wie Getty Images, Sipa Press oder Corbis. Im Feld Midstock findet man z.B. Shutterstock oder Fotolia. Und bei den Microstock Agenturen sind es z.B. iStock, Dreamstime, Photocase, Pixelio. Damit Sie eine Vorstellung von den Kosten bekommen, gibt es eine Daumenregel für den Bauch: Macrostock Agenturen beginnen bei ca. 100 Euro, Midstock liegt zwischen 10 und 100 Euro und Microstock zwischen 1 und 10 Euro. Aber natürlich muss man sich jeden Fall einzeln anschauen und den Preis kalkulieren lassen.

Lizenzen und Rechte

Es gibt ein paar Grundfragen, die Sie sich ehrlich beantworten sollten, damit Sie sich auf der rechtlich sicheren Seite bewegen.

  • Haben Sie die Bildrechte korrekt eingekauft, für alles Material, das Sie einsetzen? Und haben Sie auch das Kleingedruckte gelesen, z.B. Nutzungszeitraum oder –art?
  • Gehört zur Vereinbarung, dass Sie den Bildnachweis erbringen? Und haben Sie es dann auch getan? Gerade im redaktionellen Umfeld ist dies häufig der Fall. Und es reicht nicht, ihn in den Metadaten zu verstecken.
  • Was ist auf dem Bild abgebildet? Sind darauf Personen zu sehen? Oder vielleicht Marken oder Kunstwerke? Oder jedenfalls irgendetwas, auf das Dritte einen Anspruch erheben können? Dann Vorsicht! Entweder klären Sie diese Rechte vorher ab oder Sie retuschieren es einfach heraus.
  • Wissen die Personen auf dem Foto, wofür es eingesetzt werden soll? Sorgen Sie dafür z.B. mit Vordrucken, die die Personen unterzeichnen müssen.
  • Sind alle Außenaufnahmen von öffentlichem  Boden aus gemacht?
  • Wenn Sie eine Werbeagentur sind, dann denken Sie bitte daran, dass Sie Ihren Kunden als Lizenznehmer nennen. Sonst kann es eine Überraschung geben, weil die Bildagentur ihn nicht als genehmigten Nutzer anerkennt. Mit aller Wahrscheinlichkeit wäre Ihr Kunde dann auf Sie ziemlich sauer.
  • Werden die Bilder noch weiter und anders genutzt? Z.B. als pdf zum Download einer Printbroschüre? Dann müssten Sie noch klären, ob diese weitere Nutzung als ein eigenes Werk gelten könnte oder ob sie einfach nur ein „Zitat“ des Ursprungswerkes gelten könnte. Im letzteren Fall wäre alles gut.

Jede Bildagentur hat dazu ihre ganz eigenen Lizenzrechte und AGB´s. Und, so lästig das auch sein mag, Sie müssen sie lesen. Mehr dazu in Kürze.

Bildrechte zu verletzen geht ganz schnell. Und abgemahnt werden geht auch ganz schnell. Und das kann so richtig, richtig teuer werden. Und wenn Sie ein Unternehmen sind, keine Privatperson, dann gilt das auch für Ihre Präsentation mit PowerPoint. „Mal eben schnell…“ oder „ist doch nur einmal“ sollten Sie gar nicht erst denken.

Wie immer dient dieser Blogbeitrag der Sensibilisierung und Information. In diesem Fall weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass er natürlich keine Rechtsberatung ist. Denn… wie Sie ja schon gelesen haben, das Thema Bildrechte kann ziemlich komplex sein. Und darum muss man sich jeden einzelnen Fall anschauen.

Das einzige, dass wir Ihnen wirklich ans Herz legen möchten: Nehmen Sie das Thema ernst.